Hi,

ich bin Lucine, wie schön, dass du hier bist. Cool, freut mich. Hier schreibe ich über meine Reisen, die ich auch versuche irgendwie nachhaltig zu gestalten. Super gerne mache ich zum Beispiel kleine Roadtrips – die sind zumindest nachhaltiger als zu Fliegen. Da ich gar keinen Führerschein besitze bin ich aber auch oft mit dem Zug unterwegs. Grade bin ich auch dabei mich noch an Zugfernreisen heranzutasten. Schlafen bei dem gemütlichen Ruckeln des Schlafwagens, morgens aufwachen und ankommen – klingt doch toll, oder?

Einige von euch sind bestimmt hier gelandet, weil ihr meinen Beitrag über das Schlafen im VW Polo gelesen habt. Ich würde mich super freuen, wenn ihr hier bleibt und euch noch ein bisschen umschaut, vielleicht gefallen euch ja noch mehr Beiträge.

I´m Lucine, i like to travel. I have a passion for riadtrips. I´m exploring the world in a small VW Polo.

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Kurzurlaub in der Sächsischen Schweiz im Oktober – ein Reisebericht


Da es schon so lange mein Traum war, das Elbsandsteingebirge und die atemberaubenden Felsformationen endlich live zu sehen und nicht mehr nur all die wunderschönen Fotos zu bestaunen, hatte Michael mir vor zwei Jahren schon zum Geburtstag einen Gutschein für einen Kurzurlaub geschenkt. Ich habe mich unendlich gefreut. Trotzdem hatten wir es noch nicht früher geschafft ihn einzulösen. Der Grund dafür lag aber einfach daran, dass ich die Natur eigentlich im Herbst in all ihrer bunten Pracht erleben wollte. Gleichzeitig wollte ich aber auch Zelten und am liebsten sogar biwaken. Diese beiden Wünsche passten aber zeitlich leider nie so ganz zusammen, so dass wir uns jetzt ganz spontan entschieden, einfach in ein gemütliches kleines Hotel zu fahren und von dort aus Wanderungen zu unternehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass wir nicht die einzigen mit diesem Plan waren: es gab kaum noch freie Hotelzimmer. Ich muss also gestehen,dass wir eher das erst – bzw letztbeste nahmen und es reines Glück war, dass das Hotel so schön war.

Michael hatte recherchiert, dass viele Wanderrouten von Bad Schandau aus starten, außerdem gibt es dort eine tolle Therme, der perfekte Plan B also, wenn das Wetter mal nicht so mitspielen sollte. Es war also super,dass wir genau dort noch ein freies Zimmer fanden.

Von Hannover aus sollte man für die Fahrt gut fünf Stunden einplanen. Wir versüßten uns die Fahrtzeit mit einer riesen Box voll Sanwiches und einem spannenden Hörbuch.

Nachmittags erreichten wir Bad Schandau und schon während der Fahrt wurde klar: die Landschaft ist was ganz besonderes!

Also checkten wir nur schnell ein und machten und dann direkt auf den Weg das Städtchen zu erkunden. Aus der Erkundungstour wurde schnell ein kleiner Ausflug zu einer Burgruine in der Nähe.

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Und bevor es endlich lecker essen ging haben wir uns noch ganz romantisch den Sonnenuntergang an der Elbe angesehen. Ich liebe es einfach so sehr, wenn man Wald, Berge und Wasser um sich rum hat. Das sind mir die liebsten Gegenden.

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Am nächsten Morgen versuchten wir nicht all zulange zu schlafen, was mir ehrlich gesagt ausnahmsweise mal ziemlich leicht fiel, da ich und das Kopfkissen einfach keine Freunde waren und ich mich nach dem Aufwachen ungefähr so gefühlt habe, als ich am Abend vorher die Minibar alleine komplett geleert hätte.

Das leckere Frühstück entschädigte mich aber für die Nachtund gab eine gute Grundalge für den Tag. Als erstes Highlight hatten wir uns eine Wanderung zu der Schrammsteinaussicht rausgesucht. Was ich da noch nicht wusste: jede dieser Wanderungen hier würde meine Höhenangst extrem auf die Probe stellen. Mir war nämlich nicht klar, dass das Wandern hier auch ganz oft aus Treppensteigen oder sogar Leitern hoch- und natürlich auch wieder runterklettern besteht.

Das Wetter war traumhaft und der Anfang der Wanderung auch noch recht harmlos, als wir dann an die erste Leiter kamen wurde mir schon leicht mulmig, besonders bei dem Gedanken, diese Leiter auch wieder runterklettern zu müssen, ich nahm aber all meinen Mut zusammen und meisterte den Aufstieg.

Ich habe überlegt, hier in diesem Beitrag jede Wanderung genau zu beschreiben, habe mich aber doch dazu entschieden, jeder Wanderungen einen eigenen Beitrag zu widmen, das sind sie einfach wert. Hier kommen trotzdem schon ein paar erste Impressionen der Schrammstein Wanderung:

Nach der Wanderung hatten wir immer noch den halben Tag zur Verfügung und da ich ja schon einmal so mutig war meine Höhenangst zu überwinden, dachte ich mir, wann wenn nicht heute ist der perfekte Tag dafür, dass gleich nochmal zu machen.

Wir schlenderten also in Bad Schandau durch die Straßen, aßen einen Eisbecher und machten uns dann auf dem Weg zu dem historischen Personenaufzug. Der freistehende Aufzug wurde 1905 erbaut und befördert einen 50m in die Höhe. Nach der Kletteraktion heute ein Klacks für mich. Ich sags euch!

Abends gab es dann – wie sollte es auch anders sein – wieder leckeres Essen und dann fielen wir, geschafft vom Tag, ins Bett.

Wer nur ein verlängertes Wochenende vor Ort ist, kommt kaum umhin die Attraktionen der Gegend mit ziemlich vielen Menschen zu teilen. Als wir uns entschieden am Samstag die Bastei zu besichtigen,  waren also schon darauf vorbereitet  nicht alleine unterwegs zu sein.  Die Menschenmengen, die uns dort erwarteten waren dann aber doch mehr, als wir uns vorgestellt hatten.

Man kanns mir, glaube ich, am Gesicht ablesen, aber der Ausflug war für wirklich eher Stress als Erholung. Wenn ich in der Natur bin, bin ich gerne alleine, klar sieht man immer mal ein paar Leute und klar ist man an den Aussichtspunkten nie ganz alleine, aber tummelten sich tausende von Menschen. Trotzdem sind ein paar der Fotos ganz schön geworden, oder?

Auch wenn der Ausflug uns beide ziemlich erschöpft hatte, war es noch früh am Tag und wir entschieden uns dazu, nach Schmilka zu fahren und dort direkt an der Elbe einen Kaffee zu trinken.

Da wir nicht wollten, dass unser letzter Tag nur aus der  Rückreise besteht, suchten wir uns noch eine kurze 2:45h Wanderung aus unserem Wanderführer raus. Arnstein – Klarstein – Pohlshorn.  Das war allerdings – ich kanns nicht anders sagen – ein Griff ins Klo. Die Wanderung war schön, gar keine Frage, aber obwohl wir am Ende eher rannten als gingen, keine Fotos mehr machten und die Aussichtsplattformen ausließen,  waren wir gute 5h unterwegs. Auch zu dieser Wanderung schreibe ich noch einen extra Bericht und landschaftlich hat sich das ganze natürlich gelohnt, aber wir waren so unfassbar froh, als wir endlich das Auto erreicht hatten und los Richtung Heimatfahren konnten.

Auch wenn diese letzte Wanderung nicht optimal verlief, war der Kurzurlaub in der Sächsischen Schweiz unheimlich toll. Das Wetter war so traumhaft, die Natur noch schöner als auf den Fotos, das Essen lecker und die Zeit für uns unheimlich entspannend.

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Zelten in Südschweden im Sommer – ein Reisebericht

Vor ein paar Jahren fragte uns ein Freund spontan, ob wir ihn ein paar Tage in einem gemieteten Haus in Schweden in der Nähe von Malmö besuchen wollen. Ohne groß darüber nachzudenken sagte ich „klar, lass uns das machen“ und schlug Michael gleich noch vor,  anschließend einen Roadtrip zum Nordkap zu machen und unterwegs zu Campen.

Ich muss dazu sagen, ich habe keinen Führerschein, war noch nie Campen und auch noch nie in Skandinavien.  Auch, und auch noch nie mit Michael im Urlaub. Aber hey, es gibt doch für alles ein erstes Mal.

Als wir dann jedoch ein bisschen zu recherchieren begannen war schnell klar, dass wir in den zwei Wochen, die uns zur Verfügung standen, keinen erholsamen Urlaub haben würden, wenn wir wirklich das Ziel hätten, bis zum Nordkap zu fahren.  Schweren Herzen verwarfen wir diese Idee also und entschieden uns, einen kleinen Roadtrip durch Südschweden zu machen.

Auch, wenn ich im Nachhinein sagen kann, dass es sehr weise von uns war, uns erstmal auf Südschweden zu beschränken, gingen wir im Ganzen trotz allem sehr blauäugig an die Planung heran.

Ich besaß aus alten Festival Zeiten noch ein kleines Iglu Zelt, das sollte uns reichen. Als Campingausrüstung kauften wir uns noch einen kleinen Gaskocher und eine Gaskartusche, eine aufblasbare Matratze und zwei  Alu Tassen.  Alles andere, von dem wir dachten, dass wir es unbedingt brauchen, liehen wir uns und auf den Rest verzichteten wir ganz einfach.

Das Buchen der Fährtickets überlies ich Michael, dumme Idee, denn der hatte sich vertan und wir gingen davon aus, dass die Fahrt 5 Stunden beträgt. Erst auf der Fähre merkten wir, dass das Schiff von Travemünde nach Malmö gut 9 Stunden unterwegs ist.

Verschätzt hatte ich mich auch mit den Verpflegungsmöglickeiten, ich war durch einen Englandurlaub davon ausgegangen, dass es zahlreiche Restaurants und Bars auf der Fähre geben würde. Dem war aber leider nicht so und so guckten wir neidisch den Leuten zu, die sich vorrausschauend Sandwitches und Vesperpakete mitgenommen hatte und diese nun genüsslich zu verspeisen begannen.

Ich kann euch sagen, 9h mit Hunger im Bauch auf einem Schiff sind ganz schön lange. Wir waren mit Finnlines unterwegs, allerdings war es auch keine Hauptsaison mehr.

Da wir 4 Stunden später als gedacht in Malmö ankamen, waren wir froh darüber, den ersten Campingplatz bereits von Deutschland aus gebucht zu haben.

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Alle weiteren Campingplätze haben wir uns spontan gesucht und sind, wenn es besonders schön war  und uns ein Badesee direkt vor unserem Zelt entgegen lachte, auch mal zwei Tage am selben Ort geblieben.

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In dem Teil von Südschweden, in dem wir uns die zwei Wochen aufhielten (Malmö – Oslo (ich weiß, das ist Norwegen) – Stockholm – Malmö) waren immer genügend Campingplätze zu finden. Und auch eine späte Anreise war meist kein Problem, da man abends einfach sein Zelt aufschlagen und am nächsten Morgen einchecken und bezahlen konnte.

Trotz der wirklich tollen Campingplätze lebten wir ein recht spartanisches Leben, da ich noch nicht wirklich darin Übung hatte, in nur einem Topf auf einem Gaskocher ansatzweise leckere Gerichte mit Zutaten zu kreieren, die keinen Kühlschrank benötigen.

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Wir fuhren jeden Tag so um die 4 Stunden weiter Richtung Norden, hatten aber, wie schon gesagt, auch immer mal Tage ohne Fahrt an denen wir Städte erkundeten oder einfach nur im See schwammen.

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Es war unfassbar befreiend so ohne Plan unterwegs zu sein und Südschweden ist als Region für so einen Roadtrip wirklich ideal, da alles auf Camper ausgericht ist und man keine Angst haben muss, keinen  freien Campingplatz mehr zu bekommen. Und ganz zur Not wäre ja sogar Wildcamping erlaub.

Ich muss sagen, in die Landschaft dort wo Schweden an Norwegen grenzt, Richtung Oslo, habe ich mich wirklich verliebt. So traumhafte bewaldete Berge, glasklare Badeseen und vor allem ganz  ganz viel Weite und Ruhe. Die Landschaft hat mich ungemein an Kanada erinnert und die Luft… die Luft war einfach eine ganz andere, so klar.

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Leider mussten wir in Oslo nachts feststellen, dass wir uns was die Temperaturen anging total verschätzt hatten. Auch wenn es tagsüber so warm und sonnig war, dass ich ohne Probleme ins Meer sprang (und da bin ich eigentlich ziemlich zimperlich) kühlte es nachts doch unerwartet auf 6 Grad ab. Zudem war die Luftfeuchtigkeit ab abends so hoch, dass nicht mal mehr an Kartenspielen zu denken war ohne die Karten komplett durchzuweichen.

Da es bisher mein einziges Mal in Skandinavien war, kann ich nicht sagen, ob das normal für die Jahreszeit und die Region ist. Uns war es jedenfalls nachts entschieden zu kalt. So änderten wir unseren Plan weiter nördlich in einen Nationalpark zu fahren und entschieden uns stattdessen noch an der Ostküste Schwedens vorbeizuschauen. Stockholm und Vimmerby waren nun an der Reihen.

Und auch, wenn ich den Nationalpark in Norwegen unbedingt noch besuchen möchte und mich unfassbar darauf freue, dort zu wandern, war dies für unseren Urlaub die beste Entscheidung. Das Klima wurde auch nachts wieder wärmer und ich fand schon wieder eine Landschaft zum Verlieben. Das Bild was vermutlich die meisten im Kopf haben wenn man Südschweden sagt sind ja weite grüne Hügel und kleine rote Holzhäuser. Und genau so sah es um Stockholm und Vimmerby aus.

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Hier blieben wir einige Nächte auf dem Campingplatz nossenbaden und als es die zweite Nacht in folge regnete mieteten wir uns eine kleine, also wirklich richtig kleine Holzhütte. Nur zwei betten und eine Kochnische.

Auch wenn die Campingplätze in Südschweden sehr günstig sind, und die meisten ab der zweiten Augusthälfte nochmal günstiger wurden, schlägt so eine Nacht in einer spartanischen Holzhütte oder auch in einem  10m² Zimmer mit Stockbett (das mussten wir uns in einer anderen Regennacht in der Nähe von Götheburg mieten) ordentlich ins Geld. Wir haben es trotzdem nicht bereut, unsere letzte “Camping- Nacht“  im Trockenen zu verbringen.

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Denn der Camping Teil unseres Urlaubs war nun vorbei und fuhren wieder Richtung Malmö, um unseren Freund noch ein paar Tage in seinem Ferienhaus zu besuchen. Danach fuhren wir zusammen mit der Fähre wieder nach Travemünde. Aber diesmal waren wir natürlich schlauer und hatten Unmengen an Sandwiches  und Keksen dabei!

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Wanderung zum Hohen Ifen

//// ENGLISH VERSION BELOW ////

Angefixt von dem spontanen Fellhornabstieg vor zwei Tagen und entspannt durch die gestrige Gaisalp-Tour, plante ich für heute wieder eine große Tour.

An der Auenhütte starten, hoch zur Ifenhütte, von dort zum Ifengipfel und über das Gottesackerplateu zurück zur Auenhütte. So war der Plan. An der Auenhüte angekommen, teilte man uns jedoch in nettestem Schwäbisch mit, dass der Fußweg gesperrt sei und wir mit der Bahn, einem Sessellift, die erste Station fahren müssten.
Ihr wisst ja, meine Panik! (die nicht unbedingt kleiner wird, wenn ich in keiner Gondel mehr sitze sondern frei über die Boden schwebe und scheinbar gar nicht so unbegründet war).
Wir mussten also umdisponieren und suchten uns einen anderen Weg. Der neue Plan war: Von der Auenhütte starten, über die Alpe Melköde hin zu Schwarzwasserhütte und von dort den Aufstieg wagen zur Ifersgunt.
Ich muss zugeben, ich war zunächst ziemlich frustriert, dass mir meine, nennen wir es mal „Flugangst“ in den Bergen immer wieder einen Strich durch die Rechnung zu machen schien, wo ich doch grade meine Leidenschaft zum Wandern zu entdecken begann. Scheiß Lift! Scheiß Angst!
Ich versuchte meinen Unmut aber runter zu schlucken, einer musste schließlich gute Laune haben und Michael hatte den gesamten Morgen schon schlechte Laune aus Angst, nein „Respekt“ vor der großen Tour.

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Der Anstieg begann relativ gemächlich und stellte bis zu Alpe Molköde keine Herausforderung dar. Dort stärkten wir uns, nach einem kleinen Hin und Her, Pause ja oder nein, mit einem Kaffee und einer Schokomilch und machten uns dann wieder auf.
Der Pfad zur Schwarzwasserhütte war schon etwas anspruchsvoller, führte meist durch einen Wald, mal Stufen hinauf, mal über eine kleine Brücke, aber immer mit einer atemberaubenden Aussicht.

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Die Schwüle machte uns zu schaffen, legte sich drückend über uns und ließ bei mir von Zeit zu Zeit leichten Schwindel aufkommen, so dass wir einige kurze Pausen zum Wassertrinken, Durchatmen, sich Sammeln, einlegen mussten.
Immer wieder kamen uns rüstige Rentner entgegen, die sich schon wieder auf dem Abstieg befanden und führten uns unsere schlechte Kondition vor Augen.
„Bergmenschen stehen immer früh auf, um vor der Hitze oder dem Gewitter auf dem Berg zu sein“ hatte noch am Morgen ein Vater seiner kleinen Tochter erzählt. Diese Taktik hätten wir besser auch befolgen sollen.
Michaels Stimmung war schon vor dem Antritt der Wanderung gedrückt gewesen, weil ihn das mulmiges Gefühl plagte, wir hätten uns übernommen.

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Mit einigen Anstrengungen kamen wir aber wohlbehalten an der Schwarzwasserhütte an. Freuten uns über unseren Erfolg, tankten Kraft und überlegten, wie es weiter gehen sollte. Wir waren erst gut 1,5 Stunden unterwegs gewesen. Anstrengende Stunden, aber erst 1,5 Stunden. Umkehren war also noch keine Option. Wir entschieden uns den Weg zur Ifersgunthütte anzutreten. Laut Beschilderung sollte es nur eine weitere Stunde Weg sein, die man nicht mehr durch einen Wald, sondern über Alpenwiesen mit wunderbarer Aussicht marschierte.
Wir wanderten also los, die Hitze blieb drückend, die Schwüle erschwerte das Atmen, aber die Aussicht belohnte.

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Nur noch vereinzelt begegneten uns andere Wanderer. Immer mehr ließen wir die Zivilisation hinter uns, immer größer erschien die Natur, immer mehr kitschig-existentielle Gedanken fanden ihren Weg in meinen Kopf. Wie klein der Mensch ist, wie groß die Berge sind. Wie kurz unsere Zeit auf der Welt, wie lang die Existenz des Planeten Erde. Wie wenig wir wissen, wie viel es gibt.
Unser Weg wurde zu einem Pfad und dieser mit der Zeit nur noch schwer zu erkennen. So gesellten sich zu den kitschig-existentiellen Gedanken ganz pragmatische Fragen wie ‚Sind wir noch auf dem richtigen Weg?‘ ‚Warum sehen wir keine anderen Wanderer mehr?‘ ‚Wo gehen wir grade hin?‘
Mit diesen Fragen im Hinterkopf wurde es für mich etwas schwieriger Michael bei Laune zu halten und mit positiver Energie zu versorgen.
Immer, wenn der Pfad oder sogar mal Fußspuren zu erkennen waren stieg mein Optimismus auf dem richtigen Weg zu sein wieder an.
Und tatsächlich, plötzlich erschien eine Kuh vor uns, die – wie sich bald herausstellte – zu eine kleinen Kuhherde gehörte.
Ifersgunt konnte nicht mehr weit weg sein!

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Als wir nach kurzer Zeit auch die Hütte erspähten und uns unseren Weg durch die Kuhherde bahnten, bereitete mir aber etwas ganz anderes Sorgen: eine große, dicke, schwarze Wolke hüllte den Gipfel des Hohen Ifen in ihren Dunst.

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Ifersgunt war, anders als die Hütten die bisher auf unserem Weg gelegen hatten – weniger eine Gaststätte als vielmehr ein kleiner Selbstversorgerhaushalt mit eigener Kapelle. Ich nahm die Gelegenheit wahr endlich mal Ski Wasser zu probieren und Michael bestellte Landjäger. Doch bevor wir unser Essen bekamen war ich mit meinen Gedanken schon bei unserem Aufbruch, die dunkle Wolke jagte mir Angst ein. Das besserte sich auch nicht, als der Hausherr nur leise ‚gleich geht’s los, das mach buuum‘ vor sich her brummte und in seinen Kuhfell-Pantoffeln wieder durch die der Tür verschwand aus der er gekommen war.
Ich stürzte mein Ski Wasser hinunter und ermahnte Michael schnell zu essen. Dieser schien weniger Gefahr zu wittern und nach der anstrengenden Tour erst einmal Ruhe zu wollen.

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Als ich sah, wie sich die schwarze Wolke mit einer Weißen vereinte, wie auf dem Van Gogh Gemälde „Starry Night“, sie griffen förmlich ineinander, bekam ich die gleiche Art von Angst wie in der Seilbahn. Die gleiche Übelkeit, die gleichen apokalyptischen Gedanken. Diesmal ausgelöst von einem Naturschauspiel, was mich in einer anderen Situation bestimmt begeistert hätte. Michael schluckte den letzten Bissen Landjäger hinunter und wir liefen los. Versuchten das Unmögliche möglich zu machen und noch vor dem Regenguss an der Schwarzwasserhütte anzukommen.
Ich lief und lief, sprang über Steine und Wurzeln aber es half nichts: Der Wind wurde so stark, dass ich überlegte mich flach auf den Boden zu legen oder wenigstens Michaels Hand zu nehmen, um nicht vom Berg geweht zu werden und nur Sekunden später setze der Starkregen ein und es blitzte und donnerte.
Die Regentropfen prasselten auf meine Kapuze, in mein Gesicht, kamen von oben, von vorne, von hinten. Ich konnte nicht mehr sehen, nichts hören lief nach Gefühl. Ab und an durchbrach ein gellender Donner das Rauschen des Regens, kurz nachdem ein Blitz der Berg zu spalten schien. Noch nie hatte ich Blitze von solchem Ausmaß gesehen, noch nie hatte mir ein Gewitter wirkliche Angst eingejagt.
Das Wasser lief an meiner völlig durchnässten Hose entlang in meine Schuhe, meine Socken sogen sich voll, es quatschte bei jedem meiner Schritte. Ich rutschte aus, hielt mich an Wurzeln fest, sprang über Flüsse, landete in Pfützen und rannte, rannte, rannte.
Als die Schwarzwasserhütte am Horizont zu erkennen war beruhigte sich mein Puls etwas, nicht aber mein Gang. Ich hatte das Ziel vor Augen und keine anderen Wunsch, als es heil zu erreichen. Die Berghütte schien nach diesem Abenteuer wie das Paradies.
Als wir sie endlich erreichten musste ich feststellen, dass Michael während der gesamten Strecke deutlich rationalere und weniger panische Ängste heimgesucht hatten: „Wir werden bestimmt krank, so nass wie wir sind“ waren seine ersten Worte, als ich mich nur freute, das Gewitter überlebt zu haben.
Wir stellten uns unter, betreten durften wir die Hütte mit unseren nassen Sachen nicht, aber ich fühlte mich wohlig sicher wieder in der Zivilisation angekommen.
Bewegte mich jedoch keinen Zentimeter, hob weder meinen Arm noch drehte ich meinen Kopf, um die Nässe nicht zu spüren. Wie versteinert stand ich so dar. Und freute mich endlich bei anderen Menschen und nicht mehr alleine in der Natur zu sein.
Nach eine halben Stunde fasste ich mir Mut, setze mich auf den Boden und zog meine Schuhe aus, in denen sich kleine Wasserpfützen gebildet hatten. Ich Leerte sie aus, wrang so gut es ging meine Socken aus und steckte meine Füße wieder in die Schuhe. Ein Gefühl wie eine nasse Badehose erst aus und dann wieder anzuziehen. Bah.

Der Regen wurde nicht weniger, die Blitze nicht kleiner und der Donner nicht leiser, so überlegten wir ein Zimmer in der Hütte zu mieten. Ich wünschte mir nichts sehnlicher als die nassen aus- und nicht wieder anzuziehen. Leider gab es kein freies Zimmer mehr und eine Nacht auf dem Matratzenlager – das mir das Aus- und nicht wieder Anziehen der Klamotten auch nicht grade leicht machte – sollte unser Budget bei weitem übersteigen.
Wir harrten also eine Weile aus und als der Regen zwar noch laut prasselte, sich das Gewitter aber zu entfernen schien, machten wir uns wieder auf den Weg. Von unserem Auto trennte und ein 2 Stündiger Fußmarsch, der größtenteils durch einen Wald führte. Wenn der Fluss, den wir auf unserem Hinweg das ein oder andere mal überquerten, nicht zu einem reißenden Bach geworden war, sollte der Weg, auch bei Starkregen, machbar sein.
Beschwingt durch die nachlassende Gefahr vom Blitz getroffen zu werden schossen wir sogar ein zwei Fotos unterwegs.

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Als wir endlich beim Auto – über dessen Anblick ich mich noch nie mehr gefreut hatte- ankamen wurden wir vor eine neue Aufgabe gestellt:
Der Kofferraum und die hintere Sitzbank des Auto waren inzwischen unser Bett, auf den vorderen beiden Sitzen wollten wir Platz nehmen. Wir mussten uns also geschickt anstellen beim Umziehen und Sachen verstauen.
Ohne mich zu weit ins Auto zu beugen suchte ich mir also meine Jogginghose und ein frisches T-Shirt, streifte meine Regenjacke ab und verstaute sie in meinem (Beifahrer-)Fußraum und hielt innen. Ok, alle nassen Sachen in den Fußraum. Ohne Skrupel die vorbei schlendernden Rentner von den Kopf zu stoßen, zog ich mich aus, versuchte jedoch mein entblößtes Gesäß ein wenig von der Autotür verdecken zu lassen (ja, auch meine Unterhose war nass) und schlüpfte in meine trockenen Sachen.
Die Rückfahrt von Österreich nach Oberstorf gestaltete sich nun ein ganz klein wenig unangenehm, da ich meine Füße auf dem Armaturenbrett platzieren musste um nicht an die nassen Sachen zu stoßen. Aber alles ist machbar.

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Spurred by the spontaneous climb-down on the Fellhorn two days ago, today I planned another big tour.

Starting at Auenhütte, up to Ifenhütte, from there to the Ifen’s peak and over the Gottesackerplateau back to Auenhütte. But when we arrived at Auenhütte we were told in the nicest Swabian dialect that the footpath was closed and that we had to take chairlift to the first station.
You know, my panic! (which doesn’t necessarily become less, if I’m not sitting in a cable car but hovering freely above the ground).
So we had to redispose and were looking for a different path. The new plan was: Starting at Auenhütte, walking from Alp Melköde to the Schwarzwasserhütte und then climb up to Ifergunt from there.
I have to confess I was kind of frustrated that my, let’s call it fear of flying, in the mountains foiled me once again, just as I had discovered my passion for hiking. Damn lift! Damn fear!
I tried to swallow my displeasure, at least one of us had to stay in a good mood and Michael was in a bad mood for the whole morning because of fear, no, “respect” to the big tour.
The climb-up started kinda comfortable and it was no big challenge up until Alp Melköde. There we got refreshed, after a minor to and fro, having a break yes or no, with a coffee and a chocolate milk and then kept on walking.
The path to the Schwarzwasserhütte was a bit more difficult and mostly lead through a forest, sometimes up the stairs, sometimes over a little bridge, but always with a breath-taking view. The humid heat was getting to us, laid itself with pressure around us and from time to time made me feel dizzy, so that we had to take a few short breaks in order to drink water, catch a breath and to get ourselves together.
Every once in a while sprightly elders, who were already climbing down, would cross our way and confront us with our bad condition.
“People of the mountains always get up early, to be on the mountain before heat or rain comes” is what a father in the morning had said to his little daughter. We should have gone for that tactic.
Michael had been in a gloomy temper even before we had started the tour, because the uneasy feeling that we might have overreached was getting to him.
With a few efforts we safely arrived at Schwarzwasserhütte. We were happy about our success, gained some powers and were thinking about our next steps. We had only been hiking for 1,5 hours. Exhausting hours, but only 1,5 hours. Turning around was no option yet. We decided to walk to the Ifersgunt cabin. The signs said that it was supposed to be another hour away, which we would not spend walking through a forest but over Alpine meadows with a wonderful view.
So we started hiking, the heat stayed humid and made breathing difficult, but the view was rewarding.
Only from time to time we met other hikers. We left civilization more and more behind us, bigger and bigger nature seemed to become, more and more kitschy-existential thoughts found their ways into my head. How small man is, how big the mountains. How short our time on earth, how long the existence of planet earth. How little we know, how much there is. Our track became a mere path and it got harder to recognize it after a while. So to the kitschy-existential thoughts very pragmatic questions added up. Such as “are we on the right path still?”, “why don’t we see any other hikers?”, “where are we going now?” With these questions in the back of our heads it was getting harder and harder for me to lighten up Michael’s mood and provide him with positive energy.
Always when the path would get easier to recognize again my optimism that we were on the right track rose again. And in fact all of a sudden a cow appeared in front of us, which – as we’d soon find out – was belonging to a herd. Ifersgunt couldn’t be far away.
When we spotted the cabin a short while later and then made our way through the herd of cows something else was starting to worry me: a big fat black cloud was covering the Ifen it its haze.
Ifersgunt was, contrary to the other cabins where we had rested before, not like a tavern but a small self-sufficient household of a family with its own chapel. I took the chance to try “Ski Wasser” and Michael ordered Landjäger, typically Bavarian sausages. But before the food was on the table in my thoughts I already was planning the departure, the dark cloud was scaring me. It didn’t get any better when the host just mumbled “it’s about to start, this will go booom” and strolled back through the door which we had come in from in his cowskin slippers. I downed my “Ski Wasser” and told Michael to hurry up eating. He seemed to sense less of danger and wanted to rest after the exhausting tour.
As I saw how the dark cloud was uniting with a white one, like on the Van Gogh painting “Starry Night” they were literally intertwining, the same kind of fear as in the cable car gripped me. The same nausea, the same apocalyptic thoughts. This time it was caused by a natural spectacle which probably would have fascinated me in a different kind of situation. Michael swallowed the last bite of his Landjäger and we started running. We tried to make the impossible possible and arrive at the Schwarzwasserhütte before the rain started.
I ran and ran, jumped over stones and roots but it didn’t help: the storm got so strong that I was thinking about laying down on the ground or at least take Michaels had so that I wouldn’t get carried away by the wind and only seconds later the heavy rain started with thunder and lightning.
The raindrops were pelting on my hood, into my face, they came from above, from the front and from the back. I couldn’t see anything, hear anything, was only running by instinct. Every once in a while a roaring thunder broke through the swoosh of the rain, shortly after a thunderbolt seemed to split the Ifen. Never had I seen such thunder, never had a thunderstorm made me scared like this.
The water was running down my completely soaked pants into my shoes, my socks were soaking it up, it was splashing with every step. I slipped, grabbed hold on roots, jumped over streams, landed in pools and kept on running and running and running.
As the Schwarzwasserhütte could be seen on the horizon my pulse was relaxing a bit but not my running. I had the goal in front of my eyes and no other wish than arriving there safely. The mountain cabin after this adventure seemed like paradise. When we arrived there at last I had to realize that Michael had much more rational thoughts the whole time compared to my panic: “We’ll probably fall ill, as wet as we are“ were his first words, while I was only happy to have survived this thunderstorm. We took shelter, we weren’t allowed to enter the cabin with our wet clothes, but I felt pleasantly safe back in the civilization.
But I didn’t move one centimetre, didn’t raise my arm and didn’t turn my head in order to not feel the wetness. Like stone I just stood there. And I was happy being with other people and not alone in the nature anymore.
After half an hour I took courage, sat down and took off my shoes, in which little puddles had formed. I emptied them, wrung out my socks and stuck my feet into the shoes again. A feeling like taking of a wet bathing short only to put it on again. Bah.

The rain didn’t lessen, the thunderbolts didn’t become smaller and the thunder didn’t die down – so we decided to ask for a room. I was longing for taking the wet clothes off without having to put them on again. Unfortunately there was no spare room and a night in a barn with mattresses on the floor – which wouldn’t have made the taking off and putting on of clothes easier for me – would have overrun our budget. We held out and when the rain was still pelting much but the thunder seemed to fade away, we started hiking. A two hour walk lay between us and our car, mostly leading through a forest. If the creek we had crossed on our way up, wouldn’t have turned in to a torrential stream, the path was still to be alright despite of the heavy rain. Elated by the fading fear of getting struck by lightning we even took one or two pictures on the way.
When we arrived at the car – of whose sight I was never happier before – there was a new task ahead for us: The trunk and the backseats were already our bed, we wanted to sit down in the front seats. So we had to try our best with changing clothes and putting stuff away. Without leaning into the car too much I was searching for sweat pants and a fresh shirt, stripped off my rain jacket and put it into the legroom and then paused for a moment. Ok, all of the wet clothes into the legroom. Without a qualm of snubbing the passing elders, I undressed, but tried to cover my naked bum a bit with the car door (yes, my underwear was wet too) and slipped into dry clothes.
The ride back from Austria to Oberstdorf was a little bit unpleasant, because my feet were on the dashboard so that they were not in my wet clothes. But it can all be done.
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Wallraffweg zur Gaisalpe

//// ENGLISH VERSION BELOW ////

Nach der Mammut-Tour gestern wollten wir es heute etwas ruhiger angehen lassen und einen Weg wählen, der keine Seilbahnen beinhaltet und uns auch nicht vor die Frage stellt, ob wir es tatsächlich wieder ins Tal schaffen.

Immer, wenn ich beim Abwaschen war, fiel mir ein Poster an der Wand über den Waschbecken auf: „Berggasthof Gaisalpe – im Sommer und Winter warme Speisen“ hieß es da unter dem Bild von der niedlichen Hütte. Der Name gefiel mir und die Entfernung schien auch ok zu sein. Das perfekte Ziel für uns. Als ich zurück zum Zelt kam, begrüßte mich Michael mit den Worten „hier, den Weg gehen wir heute mal, den Wallraffweg, der führt über die Gaisalpe“.
High Five.
Da wir uns nicht für einen Rundwanderweg entschieden hatten fuhren wir mit dem Ortsbus bis zur Erdinger Arena, sahen die imposante Schanze und gingen weiter bis zum Breitenberg. Hier startete der Wallraffweg. Wir merkten schnell, dass bei fast 30° C selbst ein einfacher Weg schnell anstrengend wird. Zum Glück führte er uns viel durch einen schattigen Wald. Nichtsdestotrotz blieb das Schwitzen nicht aus. Meine Haut klebte und ein dicker Schweißtropfen rann mir das Bein hinunter. Bei unserer ersten kleinen Pause kam direkt ein Schmetterling auf uns zu und setze sich auf Michaels ausgestreckten Finger.

Mag seltsam erscheinen, aber ich habe nicht nur Angst vorm Fliegen, vor Seilbahnen und lange Fährfahrten, sondern auch vor Schmetterlingen. Ja, ganz ehrlich. Nachdem sich der Schmetterling nur wenige Minuten auf Michaels Finger ausgeruht hatte, kam er auf mich zugeflogen. Ich wich zurück, duckte meinen Kopf, aber angezogen von meinem salzigen Schweiß ließ er sich auf meinem Arm nieder. Mit leichter Panik in den Augen, in meinen, nicht in seinen, begannen wir Freunde zu werden.

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Trotzdem war ich froh, als er sich wieder von Dannen machte und wir unseren Weg fortsetzen konnten.
Die meiste Zeit gingen wir durch einen Wald, dann und wann an einem Abgrund vorbei, der uns eine wunderschöne Aussicht schenkte.

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Kurz bevor wir den Berggasthof Gaisalpe erreichten, beeindruckten uns die Mountainbiker, die die steile Steigung in Schlangenlinien nahmen ohne abzusteigen. Eine kleine Abwechslung zu den Kuhherden, die einen sonst vor den Einkehrmöglichkeiten begrüßten, konnten wir hier die Bekanntschaft von meckernden Bergziegen machen. Der Berggasthof Gaisalpe liegt wirklich wunderschön und bietet eine ganz besondere Atmosphäre, da er von mehreren sehr unterschiedlichen Wanderwegen, die zum Teil auch ins alpine Wegenetz der Oberstdorfer Berge führen, gut zu erreichen ist. Ich trank das erste Mal frische Milch, Michael aß eine leckere Brotzeit und ich einen im Steinofen gebackenen Bergfladen, der wirklich zu empfehlen ist. Lecker.

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Der Rückweg führte uns zunächst wie auch der Hinweg zur  Gaisalpkapelle und dann über Reichenbach und Rubi zu unserem Campingplatz.

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Da wir uns für die Fahrstraße entschieden hatten war er im Gegensatz zum Aufstieg ein Kinderspiel und besondere Freude und Abkühlung bot uns ein Kneipbecken, in dem wir unsere Unterarme kühlen konnten. Im Tal angekommen schlenderten wir vorbei an Bauernhöfen auf sonnigen Wiesenwegen zurück zum Campingplatz.


EN

After that gigantic tour yesterday we wanted to take things a bit easier and chose a path which didn’t include any cable cars and wouldn’t lead to the question whether we can actually make it back to the valley. Always when I was washing the dishes a poster above the kitchen sink caught my eye. “Berggasthof Gaisalp – in summer and winter warm meals”it said under the picture of a cute cabin. I liked the name and the distance seemed to ok as well. The perfect destination for us. When I came back to the tent Michael greeted me with the words “Let’s take this tour today, Wallraffweg which goes along the Gaisalp.” High five.
We started, this time by foot directly from the camping site, and quickly noticed that even easier tours quickly become exhausting in 30 degrees heat. Fortunately the path lead us through a shadowy forest quite a lot of the time. But the sweating didn’t stay out. My skin was sticky and a big fat drop of sweat was running down my leg. In our first break a butterfly flew up to us and directly sat down on Michael’s outstretched finger. It might seem strange but not only am I scared of flights, cable cars, long ferry rides but also of butterflies. Yes honestly. And after the butterfly had rested on Michael’s finger for a while it flew over to me. I backed off, ducked down but attracted to my salty sweat it landed on my arm. With slight panic in the eyes, in mine and not its, we became friends.
Nevertheless I was happy when it left off and we could go on with our tour.
Most of the time we wandered through a forest, every now and then along an abyss which endowed us with a beautiful view.
We were supposed to walk 16 km and an altitude of 550 metres on the Wallraffweg. Shortly before we reached the Gaisalp we were impressed by the mountain bikers who rode the steep hills swerving without getting off their bikes. As a change to the herds of cows which greeted us in front of the places where we stopped off, here we met bleating mountain goats. The Gaisalp is located in a wonderful atmosphere because so many hiking paths lead up to it. I had my first fresh milk, Michael had a tasty “Brotzeit” and I ate flatbread made in a stonewalled oven in the perfect size. Delicious.
The way back was a cakewalk contrary to the way up and especially happy made us a Kneipp basin in which we could cool our forearms. Past the farms we made our way back to the camping site.

Andere Beiträge

Fellhorn Wanderung

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Da wir an unserem Campingplatz unsere Allgäu Walser Card aufladen, und so vergünstig mit den Seilbahnen fahren konnten, beschlossen wir, damit direkt in den Oberstdorfurlaub zu starten.

Da die Nebelhornbahn außer Betrieb war, entschieden wir uns für die Fellhornbahn. Danach wollten wir spontan entscheiden, ob wir mit der gleichen Bahn wieder runterfahren oder zur Kanzelwand wandern und mit der dortigen Kanzelwandbahn ins Tal fahren wollten.

Wir fuhren also mit dem Auto los und suchten einen Parkplatz in der Nähe der Fellhornbahn. Kurz nach dem Parken, Aussteigen und Losgehen bemerkten wir allerdings, dass wir noch 1,5 Gehstunden von der Bahn entfernt waren. Glücklicherweise führte der Weg immer wieder durch einen kleinen Wald und an einem wundervollen Bach vorbei, der teils zu einem rauschenden Fluss wurde, aber immer wieder Gelegenheit bot, sich zu erfrischen und die Wasserflaschen neu aufzufüllen.

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An der Talstation der Bahn angekommen, wo es übrigens noch einen Parkplatz gegeben hätte, bemerkte ich, dass ich nicht nur Angst vorm Fliegen und vor Fähren habe, sondern augenscheinlich auch vor Seilbahnen. Wer will schon gern in einer Gondel sitzen, die einige Meter über dem Boden AUF EINEM SEIL hängt?! Naja allen Mut zusammengenommen und eingestiegen.

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Auch, wenn ich versuchte, stur geradeaus, also auf den Berg, und nicht nach unten zu schauen, kam in mir Panik hoch.

Besonders, wenn die Gondel anfing, zu wackeln, oder langsamer wurde. So kam es, dass ich, als wir durch eine Station fuhren, die allerdings noch nicht die angestrebte Bergstation war, und die Bahn langsamer wurde, aus der Gondel sprang und beschloss, den restlichen Weg zu Fuß zu gehen. Mit einem Ruck hielt die gesamte Bahn und ein freundliches „kann ich Ihnen helfen?“ ertönte. Scheinbar war es sehr unüblich, dass Menschen hier, so mitten auf der Mitte des Berges, ausstiegen. „Ich würde gerne weg“, war meine Antwort. „Hier gibt es aber keine Wege…“ wurde meine Euphorie gebremst. „Hm.. dann.. dann muss ich wohl wieder einsteigen“, kleinlaut schlich ich zur Gondel zurück und ergab mich meinem Schicksal. Mit einem weiteren Ruck setzte sich die Bahn wieder in Bewegung und die restlichen, durch mein Verhalten leicht verstörten Passagiere lächelten zufrieden.

Oben angekommen wurde ich mit einer atemberaubenden Aussicht, die jedes Bisschen Angst wert war, belohnt. Wir teilten uns einen Teller Pommes, und schossen erneut gefühlt 500 Fotos, auf denen ich als Schutz vor einem weiteren Sonnenbrand ein Tuch auf sehr seltsame Weise um meine Schultern gebunden habe. Danach gab es allerdings ein kleines Problem: „Ich steige nie wieder in diese Bahn!“

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Fellhorn

Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns wohl oder übel auf den 5,5 Stunden-Marsch runter ins Tal zu begeben. Da dies alles andere als geplant war, lies unsere Wanderausrüstung zu wünschen übrig. Zum Glück hatten wir wenigstens ausreichend festes Schuhwerk, denn die leuchtend gelben Warnschilder „ACHTUNG Sie befinden sich in alpinem Gelände…“ jagten uns einen kleinen Schreck ein. Hatten wir uns vielleicht doch übernommen?

Nichts da! Alle Zweifel über Bord geworfen und auf den Weg gemacht, zur Alpe Schlappold, der erste Stop auf unserem Weg. Dieser führte uns vorher noch am Schlappoldsee vorbei.

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Wunder- wunder schön! Der Weg vom Fellhorngipfel, zur Alpe Schlappold war vielleicht der schönste des gesamten Urlaubs. Vom Gipfel aus blickten wir auf grüne Wiesen und schneebehangene Gipfel. Entlang des teilweise doch sehr schmalen Pfades – wirklich nur was für Schwindelfreie – begegneten uns ab der Hälfte des Weges, erst vereinzelt und dann in immer größeren Gruppen, niedliche Kühe. Wohin das Auge auch blickte, alles sah aus wie einer „Typisch Deutschland“ -Postkarte. Picture perfect!

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Die Alpe selbst wirkte wie ein einmaliger heile-Welt-Ort. Die Kühe grasten friedlich, der erstaunlich junge und gut aussehende Senner selbst schaute ab und an bei seinen Gästen vorbei und wir wurden direkt von einem netten, schwäbischen Ehepaar begrüßt. Jetzt rächte sich allerdings der Teller Pommes, den wir uns an der Bergstation der Fellhornbahn geteilt hatten, denn so war leider kein Platz mehr für eine der leckeren Brotzeiten in unserem Magen. Aber ein Haferl Kaffee passte noch locker rein.

Nach der kleinen Stärkung machten wir uns auf die nächste Etappe des Weges. 4,5 Stunden Abstieg lagen vor uns und allmählich machte sich die Sorge breit, noch bei Helligkeit im Tal anzukommen.

Auch auf diesem Weg füllten wir unsere Wasserflaschen immer wieder neu an kleinen Quellen und Bächen. Himmlisch.

Nach ungefähr zwei Stunden kamen zumindest bei Michael aber die erste Ermüdungserscheinungen auf. Die Füße schmerzten, die Waden brannten – der Abstieg ist oft anstrengender als der Aufstieg – und der Rücken ächzte.

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Aber das Gute am zu zweit Wandern ist, dass immer einer gerade mehr Power hat und den anderen ablenken und mental mitziehen kann. Mich lenkte die Aussicht und die unbekannte Natur die meiste Zeit von der Anstrengung ab.

Im Tal angekommen fluchten wir über den Parkplatz unseres Autos, der uns vor einen erneuten 1,5 Stunden-Marsch stellte. Vielleicht nächstes Mal den Trip doch etwas besser planen.

Müde und glücklich erreichten wir gegen 18:30 unser Auto und fuhren mit einem kleinen Zwischenstop beim Supermarkt zum Campingplatz zurück. So früh wie an diesem Abend bin ich noch nie eingeschlafen. Und so gut, wie in dieser Nacht habe ich noch nie im Zelt durchgeschlafen.


EN

Because we were able to top up our Oberstdorf card on our camping site and so use the cable cars for less, we decided to start the Oberstdorf holidays straight away. The Nebelhorn’s cable car was out of order, so we chose the Fellhorn one. After that we wanted to see spontaneously whether we’d take the same cable car down or whether we’d rather hike to Kanzelwand and take the cable car into the valley there. So we got into the car and looked around for a parking lot next to the Fellhorn’s cable car station. Shortly after we parked and got out of the car and started hiking we realized that the station was still 1,5h walking time away for us. Luckily the path led us through a little forest and along a wonderful creek which partly turned into a soughing river and again and again offered the opportunity to refresh ourselves and refill our bottles.

When we arrived at the cable car’s start I noticed that I’m not only scared of flights and ferries but obviously also of cable cars. Who wants to sit in such a car, quite a few metres above the ground, dangling ON A ROPE?! But I braced up and we hopped on.

Even though I tried to look straight ahead, so at the mountains, and not down on the ground I started to panic. Especially when the car started to shake or slow down. So when we passed a stop which wasn’t the peak station where we wanted to get off, I jumped out of the car and decided to go the rest by foot. One jolt and the whole cable car stopped and a friendly voiced asked “can I help you?” could be heard. Obviously it was very uncommon for people to get out here in the middle of the mountain. “I’d like to leave”, I said – “but there are no paths here”, my elation was slowed down. “Hm…then I’m getting in again”, sheepishly I went back into the car and resigned to my fate. With another jolt the car started moving again and the other passengers, a bit confused by my behaviour, smiled happily.
When we got to the top I was rewarded with a view that was worth every bit of fear. We shared fries, once again shot about 500 photos on which I, in order to be protected against the sun, have a cloth swung around my shoulders in quite a strange way. After that there was a problem: “I’ll never ever get into one of these cable cards again!”
There was nothing we could do then but hike down into the valley for 5,5 hours. Because this wasn’t planned at all our equipment left a lot to be desired. Fortunately we wore solid footgear because the bright yellow signs saying “Caution! You are in an Alpine area” scared us a bit. Did we overdo it?
No way! We threw all our doubts overboard and hiked towards Schlappold Alp, our first stop. This way led us along the Schlappold lake. So – so beautiful. The walk from the Fellhorn’s top to the Schlappold Alp maybe was the most beautiful of the whole trip. From the top we saw green meadows and mountain peaks covered with snow. Along the partly really narrow paths – only for those not scared of heights – we met cute cows, first a few far between and in the second half of the walk in bigger and bigger groups. Wherever we’d cast our eyes, it always looked like an “Typisch Deutschland”-postcard. Picture perfect!

The Alp itself seemed to be an unique ideal world place. The cows were grazing peacefully, the astonishingly young and good-looking dairyman himself every once in a while stopped by his guests and we were greeted friendly by a nice Swabian couple. But now the plate of fries, we had shared at the top of the Fellhorn took its toll, because there was now no more space left in our tummies for the tasty Brotzeit snacks. But a Haferl of coffee still fit into it easily.
After this little refreshing we were off to the next leg of the path of the walk. 4,5 hours of descent were ahead of us and slowly we were worried we might not arrive in the valley while there was still daylight. On this track as well we refilled our bottles often in wells and streams. Heavenly.
After about two hours at least Michael started having first signs of weariness. Feet were hurting, calves were burning – the way down is often harder than the way up – and the back was hurting too.
But the good thing about hiking as a pair that one of the two always has enough power left to distract the other and push him mentally. What distracted me from the strains most of the time was the view and the unknown nature.
When we arrived in the valley we cursed the spot where we had parked our car, because it took us another 1,5 hours to get there. Maybe we should plan the trip a bit better next time.
Tired and happy we reached the car at about half past six and drive back to the camping site with a short stop at the supermarket on the way. I’ve never fallen asleep as early as on this night. And I’ve never slept through the night better in a tent.

Auf nach Oberstdorf

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Yay! Endlich los in die „richtigen“ Berge. Auch wenn wir unterwegs nach „Outdoorläden“ googlen mussten, weil unser Kocher runtergefallen war und augenscheinlich den Geist aufgegeben hatte und man uns in dem einzigen auffindbaren Outdoor Laden bei Immenstadt eine Laterne als Kocher verkaufen wollte, dauerte die Fahrt nach Oberstdort nicht lang.

In Oberstdorf angekommenmachten wir direkt weiter mit der Suchen nach einen Outdoorladen. Doch – ganz das schlaue Köpfchen, dass ich nunmal bin – fiel mir auf dem Weg dorthin, also nach 5 Stunden mit nicht funktionierendem Kocher, auf, dass der Kocher wieder ging und vermutlich nur Diesen Weg haben wir aber mit einem kleinen Ausflug verbunden und sind von dort direkt in einen Ortsbus gestiegen und einfach mal bis zur Endstation gefahren, was – wie sich herausstellte – nicht nur Beweis für unsere Spontanität, sondern eine super Entscheidung war.

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Da war ich auf einmal genau dort, wo ich sein wollte, direkt in den Bergen, umgeben von Kühen, Alpenwiesen und einem Fluss, dessen Wasser ich problemlos trinken konnte. Ich fühlte mich wie Heidi und befahl Michael, 2092358 Fotos von mir zu schießen.

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Nach einer Stunde ging es mit dem Bus wieder zurück zur Innenstadt und von dort zum Campingplatz, wo wir noch einen kleinen Abendspaziergang machten, nur um festzustellen, wie mini unser kleiner VW Polo neben all den riesigen Wohnmobilen und Trucks wirkte. Klein aber fein.


EN

Yay! Finally it was time for the “real” mountains. Even though we had to google “outdoor shops” from along the way because our cooker had fallen to the ground and obviously had quit its services and the staff in the only outdoor shop we could find wanted to sell us a lantern as a cooker the drive to Oberstdorf didn’t take long.

First thing we did in Oberstdorf was also looking around for an outdoor shop, but on the way I had noticed that the cooker was working again and maybe only had gotten a bit wet. So off to the camping site, putting up the tent. But after this we went back to the outdoor shop to buy some tent pegs. Oops.

There we got on a bus and just rode it till we got to the final stop, which – as soon became clear – was not only proof for our spontaneity, but also an great decision.

There I was all of a sudden, directly in the mountains, surrounded by cows, Alpine meadows and a river, whose water I could drink without any problems. I felt like Heidi and told Michael to take 2092358 pictures of me. After that we went back to the town centre by bus and from there back to the camping site, where we took a little evening walk, only to realize how tiny our little VW Polo was next to all these huge camping vans and trucks. Well, small but mighty.

Rundwanderung Großer Alpsee

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Am zweiten Tag standen wir früh auf und blätterten beim Frühstück ein wenig in unserem Wanderführer. Da wir ziemliche Wanderneulinge sind, wollten wir es erstmal ruhig angehen und entschieden uns für den „Genießerausflug“. Drei Stunden um den Großen Alpsee bei Immenstadt, am Anfang leichte Steigung, aber überwiegend befestigte Wege.

Der „Genießerausflug“ begann für uns jedoch schon mit einer Schwierigkeit: Den Ausgangspunkt finden. Wir irrten durch die Straßen und fanden partout weder die Bushaltestelle, noch die Tankstelle, die als Ausgangspunkt angegeben waren. Als wir kurz vorm Verzweifeln waren, fanden wir schließlich doch noch die Straße, an der es losgehen sollte.

2016-07-18 12.34.48Der Weg begann mit leichten Steigungen und führte dann durch ein Waldstück, ein Panoramaweg mit toller Aussicht auf den Großen Alpsee.2016-07-18 11.41.1120160718_114047

Danach gingen wir eine Weile an einem Hang entlang. 2016-07-18 13.12.35Wieder unten angekommen überquerten wir die Bundesstraße und kehrten dann in einem Wirtshaus ein, freuten uns über den allgäuer Dialekt der Bedienung und aßen viel zu reichhaltig.

So reichhaltig, dass wir in eine tiefe Müdigkeit verfielen und Probleme hatten, uns für die zweite Hälfte der Tour aufzuraffen.

Zu allem Überfluss führte uns der zweite Teil des Rundwanderweges auch nicht mehr durch einen Wald, sondern auf flaches Feld entlang der Bahnlinie Lindau Immenstadt und setze uns so der prallen Mittagssonne aus. Gelegentlich kamen uns munter pfeifende Rentner entgegen, denen die Hitze schier nichts auszumachen schien. Wir hingegen keuchten und schwitzten, rangen nach Luft und ja, das ein oder andere Mal musste ich mir unser kostbares Trinkwasser über den Kopf kippen, weil ich Angst hatte, einen Sonnenstich zu bekommen. Nach einem Dreistundenmarsch kamen wir also so hustend und prustend, schwitzend und stöhnend bei unserem Ausgangspunkt, dem Schwimmbad am Großen Alpsee, an und gönnten uns – wieder mal ganz stilecht – einen Almdudler zur Erfrischung.

Und weil der „Genießerausflug“ uns so viel abverlangte, gönnten wir uns auch am Abend noch einen Sprung in den Niedersonthofener See. Plantschen beim Sonnenuntergang, was gibt’s Schöneres?

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EN

On the third day we got up early and browsed the hiking guides during breakfast. Because we are kind of newbies with that we wanted to take it easy and went for the “Genießerausflug2 (wallower’s walk). Three hours around the Alp Lake, a bit of ascending at the beginning, but then mostly solid paths.


The wallower’s walk started with a difficulty for us: Finding the starting point. We roamed about in the streets and just couldn’t find the bus stop or the gas station that were given as starting points. We almost despaired and then in the end found the right street. The oath started with some light ascent and then led us through a bit of forrest with a great view of the Greater Alp Lake, along a slope.

When we arrived in the valley we stopped for a bite at an inn, were happy about the Allgau dialect of the waitress and eat too much. That much that we sunk into a deep tiredness and had problems to get up for the second half of the tour.

To top it all the second part of the circular walk didn’t lead us through a forest anymore but over a flat field and it exposed us in the full midday sun. Sometimes happily whistling pensioners would cross our way, not caring about the heat at all. We on the other hand were gasping for air and sweating, and yes now and then I had to pour our precious water over my head because I was scared I might get a sunstroke. After this three hour walk we coughingly and snortingly and sighingly arrived at the poolside next to the Greater Alp Lake and trated ourselves to Almdudler – very much in style.
And because the wallower’s walk demanded so much of us, we also indulged in jumping in the lake of Niedersonthofen. Splashing around at sundown, what could be more beautiful?

 

Der Blautopf in Blaubeuren

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Der erste Tag begann, wie unser Schweden-Urlaub aufhörte: mit Mini-Golf spielen.

Danach machten wir uns auf den Weg die erste echte Touristen-Attraktion des Urlaubs zu besuchen: den Blautopf in Blaubeuren.

Legenden zufolge ist der Blautopf bodenlos. Jedes Mal, wenn man versuchte, seine Tiefe mit einem Bleilot zu messen, haben die Nixen dies verhindert. Und tatsächlich. Der See war unfassbar blau, oder besser gesagt türkis. Wie die Blaue Lagune (der Wissenschaft zufolge wird seine Farbe auch von dem gleichen physikalischen Phänomen verursacht).

20160717_131208Nachdem wir uns ein bisschen der Touristen-Attraktion hingegeben hatten, machten wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen, was sich für mich als Vegetarier in Süddeutschland generell nicht so einfach gestaltet.

20160717_130310Glücklicherweise konnte ich mir ein paar Beilagen zu einem netten Gericht zusammenstellen, so dass wir uns – frischgestärkt – auf den Weg zu unserer nächsten Etappe machen konnten. Camping Zeh am See, direkt am Niedersonthofener See.

Diesmal gab es auf der Fahrt auch keinen Öl-Notfall mehr und wir kamen am frühen Abend in Sonthofen an. Der perfekte Zeitpunkt, um noch kurz in den See zu springen und dann das Abendessen zu kochen.


EN


The second day began like our holidays in Sweden had ended: by playing mini golf. After that we were off to the first real tourist-attraction of the holidays: Blautopf in Blaubeuren.
As the legends say the Blautopf is bottomless. Every time someone tried to measure its depth with a lead solder the mermaids prevented this. And really. The lake was incredibly blue or or rather turquoise. Like the Blue Lagoon (science says its colour is caused by the same physical phenomenon). After we dedicated ourselves a bit to the tourist attractions, we looked around for something to eat, which is not that easy for me as a vegetarian in Southern Germany.
Fortunately I could combine a few side orders to nice meal, so that we – refreshed – could start into the next leg of the trip. “Camping Zeh am See”, directly at the lake of Niedersonthofen.
This time around there was no case of emergency with the oil and we arrived there early in the evening. The perfect time to dip into the lake and then cook dinner.

Schlafen im Polo? -Die Nacht vor der großen Reise

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Getreu dem Motto „learning by doing“ hatten wir uns wieder entschlossen, unseren Roadtrip – immerhin schon unser zweiter, (hier gehts zu einem Bericht über den ersten) wir können das also – ohne viel, oder besser gesagt: ohne jegliche Planung anzugehen.

Nachts, vor dem Morgen, an dem es losgehen sollte, lies mir mein Dickkopf keine Ruhe und ich versuchte allem „das wird eh nichts“ zum Trotz eine Liege in den VW Polo zu bugsieren.Mein Ziel: Schlafen im Polo. Aber leider waren alle „das wird eh nichts“-Rufenden völlig im Recht. Das wurde nix. Wer mich kennt, weiß, dass mich mein Dickkopf aber noch nie davor bewahrt hat, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und so überlegte ich mir eine andere Konstruktion.

Da das Ganze schnell gehen musst, wir wollten ja schon am nächsten Morgen los, konnten keine Teile extra gebaut werden. Ich bin mir sicher, mit einer richtigen Holzkonstruktion kann man noch sehr viel komfortabler im Polo schlafen. Aber auch so, ging es besser als Michael vorher gedacht hatte. wir gingen folgender Maßen vor:

  1. raus, die nimmt einfach zu viel Platz weg, bzw. drückt die Lehnen der Sitze zu sehr in die Höhe.
  2. Rückenlehnen der hinteren Sitzbank (die ja draußen ist) nach vorne klappen.
  3. Vorher die möglichst dicken und hohen Reisetaschen, oder auch anderes Gepäck im Fußraum platzieren. Auf diesem Gepäck landen nun die Kopfstützen der Rückenlehnen der Rückbank.
  4. Die vorderen Sitze so weit nach vorne rücken wie möglich und ein Brett, wir haben so eine Klicklaminatleiste genommen, zwischen die Kopfstütze der Rückbank und die Rückenlehne des vorderen Sitzes klemmen. Das Gepäck im Fußraum stabilisiert hier zusätzlich.
  5. Dann noch eine Matratze auf das Ganze werfen und tadaaaa:

Schlafen im Polo, das wird was! Mit angewinkelten Beinen konnte sogar Michael im Polo schlafen. Das muss reichen.20160722_194417

Triumphierend ging ich meine Sachen packen und dann endlich schlafen.

Da der Kofferraum allerdings nicht eben ist und man so ungefähr in der Hüftgend eine „Stufe“ hatte, vergingen die Nächte nicht ganz ohne blaue Flecken. Vielleicht müsste man hier noch besser polstern oder ein gerades Brett unterlegen. Beim nächsten mal dann…

Was beim nächsten Mal auch unbedingt mit kommt ist ein Karabiner Haken, den man an die Heckklappe (nennt man das so?) machen kann um diese einen Spalt offen stehen lassen zu können. Also der Karbiner kommt unten ans Auto und oben an die, ich sag jetzt mal „Kofferaumtür“ und lässt diese so einen Spalt offen stehen, ohne dass sie ganz nach oben geht.

Die Luft in so einem Auto wird nämlich ziemlich schnell ziemlich schlecht. Da das Auto ja oben schmaler als unten ist, lassen sich die Seitenfenster aber bei Regnen leider nicht öffnen, ohne dass es sofort hinein regnet. Und mit einer feuchten Matratze wird die Nacht nicht unbedingt gemütlicher.

Am nächsten Morgen frühstückten wir zu ausgiebig und kamen statt um 10:00 Uhr erst um 13:00 Uhr los. Sollte laut google maps für eine 5,5 Stunden Fahrt aber immer noch OK sein. Leider kamen wir schon nach den ersten 100 km in einen Stau, der uns nichts anderes übrig ließ, als eine Bibi Blocksberg-Folge über das Feststecken im Stau zu hören. Alle anderen Playlists hat uns Spotify leider verwehrt.

Nach 1,5 Stunden Stillstand ging es aber glücklicherweise weiter und wir konnten zügig ein paar Kilometer gutmachen. Bis, ja bis die Ölleuchte plötzlich aufblinkte und mich ein erschreckender Warnton aus dem Schlaf riss. Schnell gegoogelt und rausgefunden: keine Ahnung, was da los ist.

Also erstmal weitergefahren und bemerkt: In gewissen Teilen von Deutschland ist die Tankstellendichte so löchrig wie Schweizer Käse. Käse war auch, dass es inzwischen dunkel wurde.

Irgendwann fanden wir aber doch eine Tankstelle, auf der sich russische Familienväter betranken und versuchten, Öl zu messen. Und wieder was gelernt: Nur weil der Freund seit 11 Jahren ein Auto besitzt, heißt das nicht, dass er nicht im völlig falschen Loch versucht, Öl zu messen. Also wieder ein bisschen gegoogelt, ein bisschen Panik bekommen, ein bisschen im Fahrtenbuch des Autos nach gelesen und schließlich Öl gemessen und vorsichtig, ganz vorsichtig etwas nachgefüllt. Weiter ging die Fahrt. Bis uns der gleiche schrille Warnton wieder aus Bibis Zauberwelt riss. Also nochmal rechts rangefahren und nochmal Öl nachgefüllt. Diesmal nicht ganz so vorsichtig.

Und ohne weiteren Warnton nach Laichingen gefahren.

Das Zeltaufbauen war inzwischen ein Kinderspiel für mich, und da es nicht regnete, beschlossen wir das Schlafen im Polo auf eine andere Nacht zu verschieben. Dann konnten wir endlich – ganz stilecht – unsere Ravioli im Gaskocher warmmachen und völlig geschafft auf die Luftmatratze sinken.


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True to the motto „learning by doing“ we had decided to go on our road trip – our second one after all, so we can do that – without much, or let’s say, without any planning. The night before the morning we wanted to start my stubbornness would not leave me be and I tried, despite all the “that won’t work”’s to put a campbed into the car. But unfortunately all those who said this won’t work we’re right. It didn’t work. But those who know me know that my bullhead never saved me from running it against a wall. So I thought of another construction. Take out the backseats, fold down the seats, put the headrests on our bags which stabilized in the legroom, put a wooden plank between backrests and headrests, shove a mattress onto it and – tadaa- I can sleep in it. And Michael, too. With his legs bent. But this must do.

Triumphantly I packed my stuff and went to bed. On the next morning we took too much time for breakfast and started the trip at 1pm not 10am. But it should be alright for a 5,5 hours drive according to google maps. Unfortunately we got stuck in traffic after the first 100 km already and all we could do was to listen to Bibi Blocksberg episodes about being stuck in traffic. All of the other playlists were denied us by Spotify. After 1,5 hours of standing still we moved on luckily and could make up ground. Until the warning lamp for checking oil woke me up rudely with a signal tone. We googled it quickly only to find out: No idea what’s going on.

So we kept on driving and then found a gas station at which Russian family fathers got drunk and tried to measure oil levels. Another thing I learned: only because your boyfriend owns a car for 11 years this doesn’t mean that he’s able to measure the oil level and that he’s not looking for oil in the wrong hole. So we googled again, panicked a bit, read the car’s logbook and then filled in a bit cautiously. We drove on. Until the same signal pulled us out of Bibi’s magical world again. So we stopped on the right again and refilled oil again. This time without that much caution.

And without any new warning signals we drove on to Laichingen.

Putting up the tent was a piece of cake for me by then and it only took a few minutes. Then we could finally heat ravioli on our gas cooker and sink into the inflatable mattress as knackered as we were.